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Aufbaubildungsgang - Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung

Hinweis

Der nächste Bildungsgang startet am 01.09.2018.

Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger, die in der Praxis tätig sind und den Bildungsgang Fachkraft inklusive Bildung und Erziehung erfolgreich absolviert haben, können als Fachkräfte in der stationären Jugendhilfe eingesetzt werden.

Den aktuellen Flyer finden Sie hier als Download:

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Informationen zum Berufs- und Arbeitsfeld

Der Aufbaubildungsgang "Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung" (FiBE) ist im Zusammenhang mit der Umsetzung des "Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderung" (UN-BRK) zu verstehen. Die Umsetzung in deutsches Recht fordert die Jugendhilfe und die Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigung (Eingliederungshilfe) in ihren Arbeitsfelder unterschiedlich heraus. Die jahrzehntelange Trennung der beiden Hilfesysteme wird aufgehoben bzw. abgemildert werden. Für die pädagogischen Mitarbeiter der beiden Hilfesysteme sind damit zunächst zusätzliche Aufgaben verbunden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten in Kindertages-stätten, (offenen) Ganztagsschulen, in der stationären und teilstationären Jugend- und/oder Behindertenhilfe. Sie sind motiviert Strukturen so zu verändern und Menschen zu unterstützen, dass das gleiche Recht aller Menschen auf volle Teilhabe an der Gesellschaft, unabhängig davon, ob und wie stark Einzelne dabei unterstützt werden müssen, verwirklicht werden kann (vgl. Deutsche UNESCO-Kommission 2009).

Die Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehungsarbeit ersetzt nicht die heilpädagogische Mitarbeiterin/den heilpädagogischen Mitarbeiter. Ihre Arbeitsschwerpunkte werden sein (vgl. Entwurf Lehrplan ABG Inklusive Bildungs- und Erziehungsarbeit, Käthe-Kollwitz BK, Hagen 2012):

  • Planung, Durchführung und Reflexion einer ressourcen- und resilienzorientierten Bildungs- und Erziehungsarbeit mit heterogenen Kinder- und Jugendgruppen
  • Mitgestaltung der Räumlichkeiten im Innen- und Außenbereich einer Einrichtung, besonderen Bedarf an Raumgestaltung feststellen und Barrieren abbauen, die die Teilnahme aller Kinder und Jugendlicher erschweren
  • Teamprozesse im eigenen Mitarbeiterinnen-/Mitarbeiterteam anregen, Formen institutioneller Diskriminierung zur Sprache bringen und im Team geeignete Formen inklusiver Arbeitsweisen entwickeln
  • die Konzeptarbeit der eigenen Einrichtung mittragen und an inklusiven Leitbildern ausrichten
  • in multiprofessionellen Teams (beispielsweise in Fallberatungen) die jeweiligen professionellen Perspektiven im Sinne einer inklusiven ganzheitlichen Sichtweise auf das Kind/den Jugendlichen zusammenzuführen
  • mit Eltern und Angehörigen Bildungspartnerschaften organisieren und partizipativ gestalten
  • die Zusammenarbeit mit externen Unterstützungssystemen und Sondereinrichtungen koordinieren und im Hinblick auf ihre jeweiligen Arbeitsziele bewerten
  • Kontakte zu geeigneten Kooperationspartner im Sozialraum aufrechterhalten, ausbauen und vernetzen
  • in regionalen Netzwerken mitwirken und Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen

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Informationen zur Fortbildung im Aufbaubildungsgang Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung

Der Aufbaubildungsgang ist kompetenzorientiert aufgebaut. D. h. die Fachkräfte erwerben Selbst-, Fach- und Sozialkompetenz.

Selbstkompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • sind reflexionsfähig
  • halten Nähe und Distanz
  • handeln empathisch, konsequent, transparent und wertorientiert
  • kennen ihre eigenen Stärken und Schwächen
  • arbeiten eigenständig und verantwortungsbewusst
  • handeln aus einer inklusiven Haltung heraus, die auf dem Respekt vor Verschiedenheit (Diversität) und Fremdheit basiert.

Fachkompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • haben ein professionelles Verständnis von Inklusion
  • kennen die verschiedenen rechtlichen Grundlagen einer Pädagogik der Inklusion und Vielfalt
  • setzen sich mit den verschiedenen Lebenswelten auseinander
  • kennen die Entwicklungsprozesse von Kindern und Jugendlichen
  • sind in der Lage Teilhabechancen durch verschiedene Handlungskonzepte zu ermöglichen
  • sind in der Lage Team und Organisation zu unterstützen
  • können sozialraumorientiert und vernetzt arbeiten

Sozialkompetenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • sind kommunikations- und konfliktkompetent
  • sind teamfähig
  • sind kritikfähig

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Seminarkonzept

Die Fortbildung ist durch 6 Module gekennzeichnet.

Lernfeld 1

Grundlagen für ein professionelles inklusionspädagogisches Handeln entwickeln

Lernfeld 2

Diversität von Lebenswelten anerkennen und umfassende Möglichkeiten der Teilhabe eröffnen

Lernfeld 3

Grundlagen der Entwicklung im Kindes- und Jugendalter antizipieren und sichere Bindungs- und Identitätsbildungsprozesse unterstützen

Lernfeld 4

Handlungskonzepte inklusiver Pädagogik unter Berücksichtigung besonderer pädagogischer und pflegerischer Spezifika entwickeln

Lernfeld 5

Professionelle pädagogische und organisatorische Handlungskompetenz für die Arbeit in multiprofessionellen Teams, Institutionen und Netzwerken zur Implementierung inklusiver Strukturen entwickeln

Lernfeld 6

Projektarbeit/Implementierung eines innovativen Elementes inklusiver Arbeit in das eigene Praxisfeld

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Inhalte und Themen

Lernfeld 1

  • Begriffsbestimmung Inklusion/Standpunkte
  • rechtliche und gesetzliche Grundlagen
  • Konzept Inklusion/Indices für Inklusion
  • Wahrnehmung und Beobachtung
  • Dokumentation
  • Beziehungsgestaltung
  • Kommunikation und Unterstützungsmittel

Lernfeld 2

  • Lebenswelten und Lebenslagen
  • soziale Ausgrenzung vs. gesellschaftlicher Integration
  • Ängste, Vorurteile, Stigmata
  • Perspektivwechsel: von der Integration zur Inklusion
  • Inklusion, Partizipation und Empowerment (Wohnen, Leben, Arbeit, Freizeit)

Lernfeld 3

  • Behinderungsbegriff
  • allgemeine Entwicklungspsychologie, Entwicklungsmodelle (z. B. Lebensphasenmodell)
  • Zollinger: Sprachspiel und Individuationsentwicklung
  • Bindung
  • Entwicklungsaufgaben, Entwicklung unter versch. Bedingungen (z. B. genetische Besonderheiten)
  • Fallbesprechungen

Lernfeld 4

  • Behinderungsbilder
  • rechtliche Grundlagen (SGB, Kinderbildungsgesetz, Schulrecht)
  • Systematiken und Klassifikationen (ICF, ICD 10)
  • Bedarfsanalysen (AoSF, diagnostische Verfahren)
  • planvolles Handeln (Hilfe- und Förderpläne)
  • Methoden planvollen reselienzorientierten Handelns
  • pflegerisches Handeln unter medizinischen und pädagogischen Aspekten

Lernfeld 5

  • Professionelle Gesprächsführung
  • Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
  • Methoden kollektiver Beratung
  • Teamentwicklung/Gruppenstrukturen
  • Sozialraumanalyse und -entwicklung
  • Netzwerkarbeit
  • Strukturen des deutschen Bildungswesens
  • Organisationsentwicklung (systemisch)
  • Qualitätsentwicklung
  • aktuelle Bezüge/Diskussionen inklusiver Prozesse

Lernfeld 6

  • Projektmethode
  • Planung, Durchführung und Evaluation eines Projektes - unterstützt durch ein Team des Kurses

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Seminargestaltung

Lehren und Lernen in der Erwachsenenbildung gestaltet sich als Beratungs- und Moderationsprozess eines selbstgesteuerten Lernens der Teilnehmer.

Da Sie für Ihren Lernerfolg selbst verantwortlich sind, indem Sie sich den vielschichtigen Lernmöglichkeiten stellen, erweitern Sie Ihre personalen und sozialen Kompetenzen, z. B. durch selbst organisiertes Lernen und selbstverantwortete Lerngruppen in den Regionen. Sie knüpfen dabei an Ihren in den Erstausbildungen erworbenen Fähigkeiten und Kenntnissen an.

Die Unterrichtsgestaltung hat Seminarcharakter, d. h. den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden vielfältige Möglichkeiten angeboten, in den einzelnen Lernfeldern relevante Lerninhalte zu erarbeiten. Dabei kommen verschiedene Methoden und Sozialformen zum Einsatz: Vortrag, Referat, Gespräche, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, Rollenspiel, Videoarbeit, PC-unterstützte Lernformen.

Die beruflichen Erfahrungen der Studierenden nutzen wir als Lernanlässe (Lernsituationen).

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Aufnahmevoraussetzung

1. Abschluss einer Fachschule des Sozial- oder Gesundheitswesens

2. oder andere pädagogische oder vergleichbare Abschlüsse
(FH, Universität)

3. Arbeits- oder Praktikumsplatz in einer Einrichtung der Jugend- oder Eingliederungshilfe oder einer vergleichbaren Einrichtung

4. Zusage des Arbeitgebers zur Teilnahme an der Fortbildung

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Prüfung und Zeugnis

Am Ende der Fortbildung müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Abschlussprüfung, die aus zwei aufeinander bezogenen Teilen besteht, ablegen.

1. Durchführung und Dokumentation eines selbstgewählten Projektes aus dem Arbeitsfeld der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

2. die Ergebnisse des Projektes werden öffentlich und im Kolloquium präsentiert

Bei nicht ausreichenden Leistungen ist die Prüfung nicht bestanden und kann innerhalb eines Jahres wiederholt werden.

Nach bestandener Abschlussprüfung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zeugnis. Das Zeugnis informiert über die Fortbildungsinhalte, die erzielten Leistungen in einzelnen Lernfeldern und in der Abschlussprüfung. Es verleiht den Titel der Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung.

In den einzelnen Lernfeldern ermitteln die Dozentinnen und Dozenten Noten über die Leistungen. In der Regel bewerten sie die Mitarbeit und die erbrachten Arbeitsleistungen (Präsentationen, Ausarbeitungen). Die Notenrückmeldungen erfolgen mündlich oder schriftlich.

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Form und Organisation

Der Kurs dauert 1,5 Jahre. Er beginnt jeweils nach den Sommerferien oder zum Schulhalbjahr.

Neben den Präsenzveranstaltungen erfolgt die Fortbildung mithilfe von E-Learning und Studienbriefen als Blended-Learning. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Sozialformen (Gesamtkurs, Teams, Einzelarbeit). Eine hohe Bedeutung haben die Phasen des selbstorganisierten Lernens, in denen individuelle Fragestellungen verfolgt werden können.

Den Aufbau des Ausbildungsgangs finden Sie hier als Download:

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Kosten

Für die Teilnahme werden keine Gebühren erhoben.

Für Lernmittel muss ein Eigenanteil von 150,00 € erbracht werden. Bei frühzeitigem Ausscheiden kann der Eigenanteil nicht erstattet werden.

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Bewerbung

  • Lebenslauf
  • 2 Passbilder (Bitte Ihren Namen auf die Rückseiten!)
  • Kopien des Abschlusszeugnisses
  • und der staatlichen Anerkennung
  • Nachweis einer beruflichen Tätigkeit in einer Einrichtung der Jugend- oder Eingliederungshilfe (mindestens halbe Stelle)
  • Zusage des Arbeitgebers zur Teilnahme (kann nachgereicht werden)
  • aktuelles "Erweitertes Führungszeugnis" oder eine beglaubigte Kopie (muss spätestens bei Fortbildungsbeginn vorliegen und darf zum Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns nicht älter als drei Monate sein)

Vergessen Sie bitte nicht, uns auch Ihre E-Mail-Adresse mitzuteilen!

Die Interessentinnen und Interessenten werden zu einem Informations- und Vorstellungsgespräch eingeladen.

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Ansprechpartner

Anfragen und Bewerbungen richten Sie bitte an das

LVR-Berufskolleg
Aufbaubildungsgang Fachkraft für inklusive Bildung und Erziehung
Herrn Schönberger
Am Großen Dern 10
40625 Düsseldorf

Ansprechpartner

Herr Dietmar Schönberger
Tel.: +49 (0)211 291993-117
Fax: +49 (0)211 291993-123
E-Mail: dietmar.schoenberger@lvr.de